Die Schulbildung in Deutschland liegt in der Verantwortung der Bundesländer, weshalb es keine einheitlichen Regelungen gibt, wann Schulbücher ersetzt werden. Dank der Lernmittelfreiheit müssen Schüler in Deutschland ihre Schulbücher nicht selbst kaufen.
In der Regel werden Bücher nach etwa fünf Jahren ersetzt, abhängig von ihrer Nutzung und inhaltlichen Aktualität. Bücher, die in gutem Zustand sind, werden oft von Schulträgern für Auslandsprojekte gespendet oder an Fachhändler verkauft.
Vor einigen Monaten hat das Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium in Leinfelden-Echterdingen eine größere Anzahl von Büchern für den Deutsch- und Englischunterricht an die Deutsch-Namibische Entwicklungsgesellschaft DNEG gespendet.
Diese Spende wurde kürzlich mit großer Freude von unseren Partnern in Namibia empfangen und an vier Schulen verteilt.
Alle Schulen sind Mitglieder der „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schulvereine in Namibia“ (AGDS). In Namibia wird in der Grundschule (Klassen 1 bis 3) in der jeweiligen Regionalsprache unterrichtet, während ab der 4. Klasse schrittweise der Übergang zu Englisch als Unterrichtssprache erfolgt.
Die Vorsitzende der AGDS, Sonja Pack, betont: „Wir setzen uns dafür ein, die deutsche Sprache in den Schulen zu stärken, bereits im Kindergarten. Unsere Projekte fördern das Verständnis für die deutsche Sprache und Kultur.“
Für Namibier, die Deutsch sprechen, eröffnen sich bessere Chancen für eine Ausbildung in Deutschland. Eine unserer Kooperationspartner, Initiative Namibia2Germany, vermittelt weiterführende Ausbildungsplätze, jedoch ist ein Sprachdiplom B1 erforderlich.
Da die Sprachkurse oft hohe Kosten verursachen, bieten wir seit einiger Zeit auch Stipendien für talentierte junge Menschen an, die zwar gute Schulabschlüsse haben, aber noch kein Sprachdiplom vorweisen können. Ein Sprachkurs beim Goethe-Institut kostet etwa 300 EUR, was für viele namibische Durchschnittsfamilien eine erhebliche finanzielle Hürde darstellt.
Nun zurück zu unseren Büchern aus Leinfelden-Echterdingen: Diese wurden von unserem Geschäftsführer Dieter Kuhn in Reutlingen entgegengenommen und gemeinsam mit seiner Ehefrau für die lange Reise nach Namibia sorgfältig verpackt.


Dieser Verein verschickt zweimal jährlich einen Überseecontainer mit Hilfsgütern nach Namibia, was den Spendern erhebliche Frachtkosten erspart. Wenn der Container voll ist, wird er entweder nach Hamburg oder Bremerhaven verbracht, bevor er die rund 11.000 km lange Reise nach Walvis Bay in Namibia antritt. Die Schiffe machen häufig Halt in Le Havre (Frankreich) und Sines (Portugal), was die ohnehin lange Reisezeit noch einmal verlängert.

Damit folgen auch die modernen Frachtschiffe den Routen der mittelalterlichen Entdecker. So war es der Portugiese Bartolomeu Dias, der wohl um den 25. Juli 1488 als erster Europäer namibischen Boden betrat und gleich mal seinen Besitzanspruch mit einem Kreuz bei Lüderitz markierte.

Walvis Bay ist der bedeutendste Hafen Namibias und dient als zentrale Anlaufstelle für die Verteilung der Hilfsgüter an die Schulen.

Unsere gespendeten Bücher werden anschließend nach Windhoek zur AGDS gebracht, deren Büro an der Fidel Castro Str. 12, Windhoek, Namibia, ansässig ist.

Von dort aus geht es weiter mit dem Privat-Pkw der Vereinsmitglieder zu den Schulen nach Grootfontein, Otavi, Omaruru und Swakopmund,

Dieter Kuhn und seine Frau haben auch eine Anzahl von Kinderbüchern für Grootfontein eingepackt, die von einem privaten Spender gestiftet wurden, um neben fachlicher Bildung auch die Fantasie und Lesekompetenz der Kinder zu fördern.

Darüber hinaus wurden Stoffe, Reißverschlüsse und Knöpfe von der Gewerbeschule in Metzingen gespendet, die mit Materialien von Firmen wie HUGO BOSS oder Marc Cain arbeiten.

Ihre Unterstützung ermöglicht es uns, laufende Projekte fortzusetzen und neue Ideen zu verwirklichen. Alle Mitglieder und Helfer arbeiten ehrenamtlich, sodass jeder Euro direkt bei den Menschen in Namibia ankommt.
Spenden Sie jetzt – gerne auch als Dauerauftrag mit kleineren monatlichen Beträgen!
